Kindesschutz im Wandel: mehr Rechte, mehr Mitwirkung
In den letzten Jahren haben Gesetzesanpassungen auf Bundes- und Kantonsebene sowie veränderte Praxis den Wandel von Kindern und Jugendlichen vom Rechtsobjekt zum Rechtssubjekt gestärkt. Im Kindesschutz und in der Förderung wurden wichtige Fortschritte erzielt, insbesondere bei Partizipation und der Achtung der Kinderrechte. Dabei ist der Föderalismus in der Schweiz Herausforderung und Chance zugleich.

Die Konferenz für Kinder- und Jugendpolitik (KKJP) ist 2025 zweimal zusammengekommen. Im Zentrum der Jahresversammlung im September 2025 in Arosa (GR) stand die Weiterentwicklung des Status des Kindes vom Rechtsobjekt zum Rechtssubjekt und die dabei noch zu erreichenden Fortschritte. Mehrere Kantone stellten bei dieser Gelegenheit Projekte vor, mit denen die Rechte von Kindern und Jugendlichen im Bereich Unterstützung oder Förderung gestärkt werden können. Einige Monate zuvor befassten sich die kantonalen Verantwortlichen an der jährlichen Plattform Kinder- und Jugendförderung im Mai mit der Rolle der Strukturen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Begleitung besonders verletzlicher Jugendlichen, welche vielfältige Schwierigkeiten bewältigen müssen..

Interkantonaler Austausch zu Good Practices als Veränderungsmotor
Parallel zu den regelmässigen Treffen der KKJP hat die SODK 2025 zweimal kantonale Expertinnen und Experten zusammengebracht, um spezifische Themen zu vertiefen. Der erste Austausch befasste sich damit, wie die gesetzliche Verankerung des Grundsatzes der gewaltfreien Erziehung begleitet werden soll, dessen Inkrafttreten 2026 erwartet wird. Die Teilnehmenden diskutierten über die Umsetzung der geplanten neuen Gesetzesbestimmungen und über Sensibilisierungsmassnahmen, mit denen die Wirkung dieser Änderung des Zivilgesetzbuches verstärkt werden könnte. Der zweite Austausch stand im Zeichen des Themas «Leaving Care». Dabei stellten die Kantone Bern, Glarus und Freiburg ihre Überlegungen und Projekte vor, um Jugendliche beim Austritt aus einer Einrichtung oder beim Verlassen der Pflegefamilie besser zu unterstützten – ein Übergang im Leben der oftmals besonders anspruchsvoll ist. Die Arbeit der SODK zugunsten von Kindern und Jugendlichen war 2025 stark von der Frage geprägt, wie die Stellung des Kindes als Rechtssubjekt in unserer Gesellschaft weiter gestärkt werden kann.
Das Übereinkommen über die Rechte des Kindes (CRC) anerkennt das Kind als individuelle, Persönlichkeit. Es will aber auch dem besonderen Schutzbedürfnis des Kindes Rechnung tragen und damit zu einem besseren Schutz der schwächsten Glieder jeder Gesellschaft beitragenaus der Kinderrechtskonvention
Weitere Themen
- Kinder- und Jugendpolitik
- Förderung, Partizipation und Schutz
- Kinderrechte
- Frühe Förderung