Gemeinsam für eine zukunftstaugliche Suchtpolitik
Die Diskussionen um den Entwurf des neuen Cannabisproduktegesetzes und die interkantonale Zusammenarbeit in der Suchthilfe verdeutlichen, wie komplex die Anforderungen an Prävention, Versorgung und Regulierung sind. Sie zeigen, wo koordiniertes Vorgehen notwendig ist, um die Suchtpolitik zukunftsfähig zu gestalten.

Bundesgesetz über Cannabisprodukte
Im Jahr 2025 beschäftigte sich die SODK mit der Weiterentwicklung der nationalen Suchtpolitik und der Rolle der Kantone in der Versorgung, Prävention und Regulierung. Ein Schwerpunkt lag auf dem Entwurf des Bundesgesetzes über Cannabisprodukte (CanPG), zu dem sich die SODK im Rahmen der Vernehmlassung aktiv einbrachte. In ihrer Stellungnahme betonte sie die Bedeutung eines umfassenden, gesundheitspolitisch ausgerichteten Regulierungsrahmens, der den Schutz von Kindern und Jugendlichen ins Zentrum stellt. Die SODK unterstrich die Notwendigkeit klarer Qualitäts- und Sicherheitsstandards, einer wirksamen Markt- und Produktkontrolle sowie einer engen Abstimmung zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden. Zudem wies sie darauf hin, dass Prävention, Schadensminderung und Monitoring ausreichend finanziert sein müssen, damit die Kantone die neuen gesetzlichen Vorgaben wirksam umsetzen können.
«Eine verantwortungsvolle Cannabisregulierung braucht interkantonale Zusammenarbeit. Als KKBS setzen wir uns dafür ein, dass Prävention, Gesundheitsschutz und Vollzug Hand in Hand gehen.»Joos Tarnutzer, Präsident der Konferenz der kantonalen Suchtbeauftragten
Stärkung der Schadensminderung
Parallel dazu unterstützte die SODK die fachliche Arbeit der Konferenz der kantonalen Beauftragten für Suchtfragen (KKBS). Der SODK-Vorstand verabschiedete im Mai 2025 die Empfehlungen zur Stärkung der Schadensminderung, die auf aktuelle Entwicklungen wie veränderte Konsummuster und neu auftretende Substanzen reagieren. Sie zielen auf bessere Planungs- und Steuerungsinstrumente, einen gleichwertigen und niederschwelligen Zugang zu Angeboten der Schadensminderung in allen Regionen sowie auf eine engere Zusammenarbeit zwischen Kantonen, Städten und Gemeinden.
Verbesserung der institutionalisierten Zusammenarbeit
Vor diesem Hintergrund prüfte die KKBS, gestützt auf die Empfehlungen der Studie der Hochschule Luzern (HSLU) zur (inter)kantonalen Steuerung der Suchthilfe, verschiedene Modelle für eine vertiefte interkantonale Zusammenarbeit in der Suchthilfe. Dazu gehören Überlegungen zu kantonsübergreifend finanzierten, spezialisierten Angeboten, mit denen Versorgungslücken geschlossen und neue Formen der Planung erprobt werden sollen. Erfreulich ist, dass in der Zentralschweiz erste Schritte für ein interkantonales Pilotprojekt zur Stärkung der Zusammenarbeit in der Suchthilfe unternommen werden.
«Die Entwicklungen in der Suchthilfe bringen Herausforderungen, aber auch klare Chancen mit sich. Sie zeigen, wie wichtig es ist, Lücken im System zu erkennen, kantonsübergreifend zu handeln und gemeinsam tragfähige Strukturen für die Zukunft aufzubauen.»Laura Bucher, Regierungsrätin Kanton St. Gallen